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Gedanken zum Monat

Urlaub

Im August und September, der Zeit von Semester- oder Sommerferien, machen viele von uns Urlaub und suchen dabei Erholung.

Auch Jesus plante mit seinen Jüngern beson­dere Auszeiten, nachdem sie lange für ihn unterwegs waren:

"Da sagte Jesus zu ihnen: »Kommt, wir ge­hen an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und wo ihr euch ein wenig ausruhen könnt.« Denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, sodass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden. Sie fuhren also mit einem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. (MT 6,31-32 NGÜ)

Diese Wochenend-Segelboots-Tour mit Jesus kam trotzdem etwas anders als gedacht. Viele Menschen suchten Jesus trotz seines Urlaubes auf und wollten seine Worte des Lebens hö­ren. Und was tat Jesus? Zog er sich zurück und sagte: Kommt in drei Wochen wieder? Nein - Er hatte Erbarmen mit den Menschen, die Sehnsucht nach Leben hatten und sprach auch dort in der Einsamkeit zu ihnen. Für mich heißt das: Urlaub vom normalen Leben ist eine gute Sache, wir sollten ihn nur nicht zu einem Urlaub von Gott machen, sondern offen für sein Reden mitten im Urlaub bleiben. Dann werden wir Gott selber im Urlaub be­gegnen.

Wie kann das gelingen? Der chilenische Lai­enmissionar (kath.) Sebastian Campos hat für ein kath. Internetportal einige Punkte zusam­mengestellt, mit deren Hilfe die Ferienzeit auch eine Zeit des spirituellen Wachstums und der Vertiefung der Beziehung zu Gott werden kann. Diese Liste habe ich angepasst in einem Forum gefunden und nun noch etwas für uns aktualisiert:

  1. Der Besuch einer Kirche (Gemeinde) ist nicht nur religiöser Tourismus, sondern ein Besuch bei Jesus. Kirchen sind nicht nur archi­tektonische und kulturelle Schätze. Dabei vergessen wir leicht, dass Jesus in einer Kir­che/Gemeinde real anwesend ist und auf uns wartet. Genieße die Stille in alten Gemäuern, aber auch das Leben und die neuen Kontakte in modernen Freikirchen.

     Verzeichnisse von Kirchen & Freikirchen:

www.gemeindeatlas.de

www.christliche-gemeinden.eu

Viele christliche Gemeinden freuen sich sehr über den Besuch von Christen, selbst wenn sie nur zum Urlaub da sind. Und die Menschen dort können für dich vielleicht zu einer ganz besonderen Inspiration in deinem Glaubens­leben werden.

  1. Dein Smartphone kann dich auch mit dei­nem Glauben verbinden.

Mit dem Smartphone kann man nicht nur Urlaubsfotos machen, den Weg zu Sehens­würdigkeiten im Internet suchen und mit Verwandten und Freunden in Kontakt blei­ben. Es gibt Anwendungen, mit denen Du nahegelegene Kirchen/Gemeinden und deren Gottesdienstzeiten, die Bibel, Gebete, Nach­richten aus der Gemeinde am Ort und vieles mehr auf dein Smartphone holen kannst. Z.B. sind viele aktuelle Predigten bereits in unserer CGWAPP enthalten. Vielleicht hast du man­che einfach noch nicht gehört. Die kann man auch auf langen Autofahrten hören und da­nach darüber nachdenken. Nachdem es neu­erdings nun auch beim Datenroaming in Europa keine Grenzen mehr gibt, lässt sich auch deine Lieblings-Bibellese-App im Aus­land nutzen. Aber Achtung: Das Smartphone kann uns auch zum Arbeiten oder zur inneren Abwesenheit verleiten. Daher ist eine sparsa­mes, auf bestimmte Tätigkeiten beschränktes Nutzen förderlich für die Erholung.

  1. Die Suche nach schönen Fotomotiven ist eine Übung in Kontemplation.

Gott ist der Schöpfer der Landschaften, des Lichts, aller Dinge, die wir auf Fotos festhal­ten. Es ist, als ob er ein „Bild“ für dich ge­macht hätte, aber es ist kein Foto, sondern Wirklichkeit. Daher mache dir nicht zu viele Gedanken, ob das Foto nun gut geworden ist. Gott hat diesen Ort für dich gemacht, weil er dich liebt. Freu dich darüber und halte es im Foto fest - im Alter oder in Rückschau auf den Urlaub werden die Aufnahmen mehr als wertvoll. Manchmal ist es auch sehr erholsam, ein Blatt oder einen Berg mal lange zu betrach­ten und Gottes Größe und seine Liebe zum Detail zu erkennen.

  1. Nutze die Zeit, um Wunden zu heilen.

Die Anforderungen des Alltages verursachen immer wieder Verletzungen in unseren Fami­lien, insbesondere den Ehen. Nimm dir Zeit, ohne den Druck von Arbeit und Haushalt, über diese Verletzungen zuerst mit Gott und dann ggf. mit den Menschen zu sprechen und sie zu heilen. Genieße gemeinsame Stunden und Tage mit deinem Ehepartner und deinen Kindern. Manchmal hilft es auch, durch gute Fragen bewusst ein tiefgängiges Gespräch in Gang zu setzen.

  1. Gute Lektüre ist auch Gebet.

Gebet ist wichtig, aber im Urlaub hat man häufig einen ganz anderen Tagesrhythmus, der es schwer macht, Zeit für das Gebet zu finden. Im Urlaub nehmen sich viele auch Zeit zum Lesen. Ein gutes Buch kann dir beim Wachstum im Glauben helfen. Der Glaube ist nicht langweilig. Die Lebensgeschichten eini­ger Christen sind spannende Abenteuer. Wenn dir lesen schwerfällt, kannst du viel­leicht auch über ein Audiobuch hören, wel­ches dein Herz und Kopf bei Strandspazier­gängen, beim Abwasch auf dem Camping­platz oder in der Hängematte inspiriert. Doch lass dir auch Zeit, um die Infos zu verdauen und dadurch Gott zu dir sprechen zu lassen. Denn beten heißt auch, Gott zuhören, wenn er antwortet.

  1. Finde Jesus in den anderen.

Jesus ist da, in den Leidenden und Traurigen. Diese gibt es auch in Urlaubszielen. Vergessen wir sie nicht, auch wenn wir von Stränden, Schaufenstern und gutem Essen abgelenkt sind. Ferien sind eine gute Gelegenheit, die "leiblichen Werke" der Barmherzigkeit zu üben (schau dir dazu mal Matthäus 25 an).

Denke auch an die Vermieter, an die Gastwir­te und all die Bediensteten, die deinen Urlaub zum Urlaub machen. Jesus, der durch dich leuchten will, wird dir in ihnen auch begegnen können. So wie er sich auch ihnen durch dein Leben zeigen möchte.

  1. Nimm kein überflüssiges Gepäck mit.

Lass die Dinge zu Hause, die zu Hause blei­ben können. Dazu zählt auch die Arbeit. Nur wenige Dinge brauchst du in den Ferien wirk­lich. Dazu gehört die Familie, Freunde, ein wenig Kleidung und Geld, und natürlich deinen HERRN. Unnütze Dinge halten dich nur von der Erholung ab. Daher lieber 1-2 gute Spiele, Bücher usw. vorher für den Ur­laub bewusst auswählen, statt alles mitzu­schleppen. Mit wenig Gepäck bleibt auch mehr Zeit für Wichtiges.

Ich wünsche euch allen einen gesegneten und erholsamen Sommer und Urlaubszeit!

Liebe Grüße Jonathan Schirmer, Pastor

2017.07.Leitartikel

Hört sich spanisch an? Ist aber griechisch.

In unserer Schrift wäre μάρτυς Martys, was vielleicht den ein oder anderen an das Wort Märtyrer erinnert. Was verstehen wir unter einem Märtyrer? Dem ein oder anderen kommt vielleicht die Geschichte von Ste­phanus in den Sinn. Oder ein anderer Na­me aus unserer Geschichte. Ein Märtyrer wird heute verstanden als eine Person, die für ihre politischen oder religiösen Ansich­ten getötet wird. Aber eigentlich hat das Wort eine tiefere Bedeutung. Martys ist der Zeuge. Ein Zeuge ist jemand, der Kenntnis, Wissen oder Mitwissen hat und dadurch fähig ist, in Kenntnis zu setzen, ans Licht zu bringen oder etwas zu bestätigen. Mit der Pluralform Martyres werden in der Bibel häufig die Personen bezeichnet, welche die Tatsachen des Evangeliums verkünden und seine Botschaft verbreiten. Dies finden wir so auch in Apostelgeschichte 1,8:

Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Die Befähigung, Zeugen zu sein, geschieht durch die Bevollmächtigung mit dem Hei­ligen Geist. Dynamis ist im Gegensatz zur körperlichen Kraft die Fähigkeit und das Können, Macht auszuüben. Dynamis erin­nert vielleicht an Dynamit, den Sprengstoff. Dieses Bild ist ein gutes Beispiel, um die Kraft zu verstehen. Dynamit kann so eini­ges anrichten, wenn er mal gezündet wur­de. Und so ist es auch mit dieser Kraft. Es ist die Kraft Gottes, mit der wir hier zuge­rüstet werden. Dieselbe Kraft, welche Jesus von den Toten auferweckt hat. Diese Kraft ist mit dem Heiligen Geist in uns. Dadurch werden wir befähigt, Zeugen zu sein. Nicht nur einfach Zeugen, die vielleicht den Ver­brecher vorbeirennen sehen haben. Sondern Zeugen, die Mitwissen und Kenntnis ha­ben. Unser Zeugnis ist nicht irgendein Zeugnis; das Evangelium ist das Beste, was es für einen Menschen gibt. Es ist Erlösung und Befreiung aus Sünde und Egoismus. Es ist die Zusage eines liebenden Gottes. Es verheißt Leben und das für immer. Es ist Hoffnung und hat so viel Kraft, diese Welt zu verändern. Von dieser Botschaft können und sollen wir Zeugen sein, bis an das Ende der Erde, in die entferntesten Flecken der Welt. Sowohl in Weil der Stadt, als auch im ganzen Landkreis Böblingen und Stuttgart und bis an das Ende der Erde. Egal wo du bist, kannst du Zeuge sein. Du brauchst auch keine Angst zu haben, denn Gottes Kraft, der Heilige Geist lebt in dir. Wenn dein Zeugnis vielleicht auch auf Ablehnung stößt, mach dir keine Sorgen. So ging es schon vielen vor dir. Unsere Aufgabe ist es, Zeuge zu sein, und nicht zu überzeugen. Zeuge von dem, was wir erlebt haben, wo Gott in unser Leben gesprochen und ge­handelt hat. Was hast du zu erzählen? Was hindert dich daran?

Mona Krähling

                                          

2017.06.Leitartikel

So lauten die Worte aus Psalm 37,5, denen man immer wieder auf Postkarten und anderen christlichen Schriften begegnet. In den letzten Jahren habe ich mir viele Ge­danken darüber gemacht, wie wohl mein Lebensweg verlaufen soll. Gerade die Fra­ge, wo es hingeht, was ich studieren und später einmal arbeiten möchte hat mich viel beschäftigt. Was heißt es, da auf Gott zu vertrauen? Soll ich warten, bis ein Brief vom Himmel fällt, der einen Fahrplan für die nächsten 50 Jahre enthält? Oder soll ich einfach machen, worauf ich gerade Lust habe? Damals kam ich zu dem Entschluss, Schritte nach vorne zu machen und dabei zu beobachten, welche Türen Gott öffnet und welche er schließt.

Als mir der Vers neulich wieder begegnet ist, wurde mir jedoch schnell bewusst, dass der Aspekt der Zukunftsgestaltung nicht die gesamte Bedeutung des Verses ist. Mir stellte sich die Frage, was mit meinen We­gen gemeint ist, wie ich Gott meinen Weg befehlen kann, oder was es heißt, auf ihn zu hoffen und wie es aussieht, wenn er es wohlmachen wird. Also sah ich mir den Vers einmal genauer an und entdeckte viel tiefere Gedanken.

Das Wort im Hebräischen, das Luther mit befehlen widergibt, meint im ursprüngli­chen Sinn wälzen. Das Wälzen eines großen Steines, mit dem man einen Brunnen oder eine Höhle verschloss. So wie man den Stein wälzt, sollen wir unsere Wege auf den Herrn abwälzen. Wo bist du täglich unterwegs? Welche Wege beschreitest du? Wo warst du, wo gehst du hin?

Das sind deine Wege, die du auf Gott ab­wälzen darfst. Alles, was dir tagtäglich begegnet, was deine Augen sehen, was dein Herz wahrnimmt, was dich bewegt. Diesen Stein darfst du auf Gott abwälzen. Du brauchst es nicht selbst mit dir herumzu­tragen. Wie oft wollen wir stark sein, alles alleine schaffen können, Schmied des eige­nen Glücks sein. Von klein auf streben wir nach einem Wert: der Selbstständigkeit.

Wenn ich jedoch ehrlich auf mein Leben schaue, merke ich schnell, dass ich an meine Grenzen komme. So vieles will ich aus meiner Kraft heraus schaffen, aber es ge­lingt mir nicht, weil ich nicht die nötige Fähigkeit, Zeit oder Energie habe. Es tut gut zu wissen, dass ich das nicht alles schaffen muss. Gott steht hinter mir. Gott kümmert sich. Das hat er bereits in seinem Namen zugesagt: Jahwe, im deutschen oft mit HERR übersetzt meint „Ich bin der ich bin“ oder „Ich bin, der mit dir ist“ oder „Ich bin, der für dich ist“. Was für eine Zusage! Gott ist mit dir, er ist für dich!

Weiter steht hier noch er wird’s wohlma­chen. Wenn Gott etwas macht, können wir uns darauf verlassen, dass er es wirklich gut macht. So hat er auch schon die Natur gemacht, uns Menschen gemacht.

Sein Machen schafft Leben, auch in unse­rem Leben. Darum können wir auf ihn hoffen, ihm alles, was uns bewegt anver­trauen – ER wird handeln. Vielleicht macht er nicht immer das, was wir uns gerade vorstellen wie es am besten wäre. Aber wenn Gott etwas macht, macht er es gut. Darum vertraue dich ihm an. Wälze deine Wege auf den Gott, der mit dir ist!

 

Mona Krähling

2017.05.Leitartikel

In den letzten Wochen war ich häufig auf dem Wertstoffhof Weil der Stadt, da wir zu­hause Platz schaffen mussten. Die ca. 20 (ge­fühlt mehr!) Sortiermöglichkeiten für Wert­stoffe senden mir jedes Mal eine Botschaft: ALLES landet mal auf dem Wertstoffhof, auf dem Müll, dem Schrottplatz oder im Bau­schutt. Nichts ist unvergänglich. Alles hat nur eine gewisse „Haltbarkeitsdauer“.

Ich finde das sehr ernüchternd. Denn das lässt sich häufig schwer vorstellen, wenn wir vor einem schönen neuen Auto oder einem Neu­bau stehen. Die Jünger Jesu standen vor einer der schönsten Sehenswürdigkeiten der ganzen Welt und wollten Jesus diese Pracht zeigen. Doch er dachte ganz anders:

„Und Jesus ging aus dem Tempel fort und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.“ Matthäus 24,1-2

Drücken nicht gerade Häuser den Wunsch nach etwas Unvergänglichem, ja einer zuver­lässigen WERT-Anlage aus? "Gib mir was, irgendwas, das bleibt" singt Silbermond und drückt damit unsere tiefe Sehnsucht nach Beständigkeit, Sicherheit und Wert aus. Ganz weit weg vom Wertstoffhof.

Aber Jesus sagt: „Alles wird zerstört“. Er spricht mit den Jüngern über eine riesige Veränderung, die eintreten wird. Über das Ende der Welt und zugleich über die irdische Vergänglichkeit. Denn: Alles, was bisher wertvoll war, wird irgendwann, spätestens am Ende dieser Welt, schrottreif sein. Denn was bleibt, wenn Himmel und Erde vergehen noch übrig? Jesus sagt: "Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen." Matthäus 24,35

Seine Worte erhalten ihren Wert dauerhaft und hören niemals auf, lebensspendend zu sein. Selbst wenn in unserem Leben oder in den Kämpfen dieser Welt Himmel und Erde vergehen. Selbst wenn wir alles verlieren, abgeben müssen oder in unserem Leben „kein Stein auf dem anderen“ bleibt: Seine Worte behalten ihren Wert! Sie veralten und verros­ten nicht. Denn es sind Gottes Worte und ER steht über aller Vergänglichkeit.

"Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann,“ sagte der junge Jim Elliot und war bereit, alles für Jesus aufzugeben, sogar sein Leben.

Ein paar Schlussfolgerungen daraus: 1. Wenn alles außer Gottes Wort vergänglich ist, lohnt es sich dauerhaft nicht, sein Leben für Ver­gängliches zu verausgaben, nur um immer mehr Material anzuhäufen! 2. Was niemals verschrottet oder aussortiert wird, das ist wirklich wertvoll und nachhaltig. Jesus sagt hier: Sein Wort wird nicht vergehen! Nicht jeder versteht diese Investitionsempfehlung Jesu. Wer sich ihm jedoch öffnet, erlebt den Segen dieses Wortes sogar jetzt schon in sei­nem Leben. Daher: 3. Die Beschäftigung mit Gottes Wort lohnt sich immer und enthält ein großes Wertschöpfungspotential. Es zeigt uns Wege aus der Enge und dem Druck des Le­bens und vermittelt uns Gottes erfrischende, ewige Perspektive!

Mit diesen Worten entsorgt Jesus den ganzen Materialismus auf dem Wertstoffhof! Denn alles landet irgendwann auf dem Müll oder dem Wertstoffhof. Aber ER gibt uns zugleich eine größere Hoffnung, denn seine Worte werden nicht vergehen.

Jonathan Schirmer, Pastor

 

 leeres.Grab

Was sucht ihr den Lebenden bei den To­ten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.
Lukas 24,5-6 (L)

Diese Frauen beschäftigte der Tod! Sie waren ganz auf den Leichnam fokussiert. Ihn wollten sie einbalsamieren und pflegen. Dem Meister die letzte Ehre erweisen; dann der Abschied für immer. Es war auch ein Abschied von ihren Träumen: Seine Worte und seine Wun­der (Hatten sie nicht das Brot vom Himmel gegessen? Hatte er nicht ihre Wunden und ihr Herz geheilt?). Nun wollten sie all das begra­ben und betrauern. Beim Trauern können Schmerz, Wut oder emotions­loses Handeln das Herz füllen. Zuversicht und Perspektive sind nicht die Adjektive, welche man mit Trauer verbindet!

Leider hatten sie, angesichts der überwälti­genden Realität des Todes, das Wichtigste vergessen: Jesus sagte, er wird auferstehen (vgl. Lukas 9,22). Die Realität des Todes (auch unser eigener!) kann auch uns so sehr in den Bann ziehen, dass wir Gottes Mög­lichkeiten völlig übersehen. Zu wissen: Mein Leben ist auch begrenzt und meine Zeit läuft ab, treibt viele dazu, am erstbesten festzuhal­ten, was den Schmerz lindert.

Es muss nicht immer eine Grenzsituation sein, die uns dazu bringt, bei den Toten nach dem Lebenden zu suchen. Auch mit Erfolg, mit Gesundheit, mit einer tollen Familie… ist der Hunger nach „ewigem“ Leben trotzdem da. Denn die Sehnsucht nach Leben lässt sich dauerhaft nur durch den Lebendigen selbst stillen, nicht durch vorletzte Dinge, an die wir uns instinktiv klammern wollen. Das bewei­sen auch die vielen Beispiele „gefallener“ Stars, die trotz Ruhm und Reichtum das Leben nicht gefunden haben und in ihrer unstillba­ren Suche danach „zu den Toten“ gekommen sind. Viele sind abge­rutscht in Drogen, Alko­hol oder Exzessen oder suchen immer noch: irgendetwas, was bleibt.

Es ist (eigentlich) eine unverschämte Aussage, ein Vorwurf (!), den diese Botschafter Gottes den trauernden Frauen machen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“
Es wäre auch pietätlos, wenn …. Jesus nicht auferstanden wäre. „Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Lukas 24,5 (L)

Sehr deutlich sagten die Engel den traurigen, verdutzten, mit dem Tod beschäftigten Frau­en: Erinnert euch an die Worte des Lebendi­gen. Auch wir brauchen manchmal so eine Erinnerung, gerade in Not und Leid: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt da­ran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war.“ Lukas 24,6 (L)

Ja, kurz war alles vom Tod bestimmt gewesen. ABER nun ist alles vergessen: Jesus lebt! Das änderte alles. Die Frauen (und später dann erst die Männer) wurden erfüllt mit Freude und Hoffnung. Jesus will uns das Leben ge­ben. Er selbst hat dazu gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?“ (Johannes 11,25-26)

Was glaubst du? Woran klammerst du dich im Leben und im Sterben?

Bei Jesus gibt es für jeden, egal wie sehr die Realität des Todes ihn bedrängt, eine hoff­nungsvolle Perspektive! Weil ER das Leben ist!


Liebe Grüße Jonathan Schirmer, Pastor

 

Bildquelle: evangelisch.de

 

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