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2017.06.Leitartikel

So lauten die Worte aus Psalm 37,5, denen man immer wieder auf Postkarten und anderen christlichen Schriften begegnet. In den letzten Jahren habe ich mir viele Ge­danken darüber gemacht, wie wohl mein Lebensweg verlaufen soll. Gerade die Fra­ge, wo es hingeht, was ich studieren und später einmal arbeiten möchte hat mich viel beschäftigt. Was heißt es, da auf Gott zu vertrauen? Soll ich warten, bis ein Brief vom Himmel fällt, der einen Fahrplan für die nächsten 50 Jahre enthält? Oder soll ich einfach machen, worauf ich gerade Lust habe? Damals kam ich zu dem Entschluss, Schritte nach vorne zu machen und dabei zu beobachten, welche Türen Gott öffnet und welche er schließt.

Als mir der Vers neulich wieder begegnet ist, wurde mir jedoch schnell bewusst, dass der Aspekt der Zukunftsgestaltung nicht die gesamte Bedeutung des Verses ist. Mir stellte sich die Frage, was mit meinen We­gen gemeint ist, wie ich Gott meinen Weg befehlen kann, oder was es heißt, auf ihn zu hoffen und wie es aussieht, wenn er es wohlmachen wird. Also sah ich mir den Vers einmal genauer an und entdeckte viel tiefere Gedanken.

Das Wort im Hebräischen, das Luther mit befehlen widergibt, meint im ursprüngli­chen Sinn wälzen. Das Wälzen eines großen Steines, mit dem man einen Brunnen oder eine Höhle verschloss. So wie man den Stein wälzt, sollen wir unsere Wege auf den Herrn abwälzen. Wo bist du täglich unterwegs? Welche Wege beschreitest du? Wo warst du, wo gehst du hin?

Das sind deine Wege, die du auf Gott ab­wälzen darfst. Alles, was dir tagtäglich begegnet, was deine Augen sehen, was dein Herz wahrnimmt, was dich bewegt. Diesen Stein darfst du auf Gott abwälzen. Du brauchst es nicht selbst mit dir herumzu­tragen. Wie oft wollen wir stark sein, alles alleine schaffen können, Schmied des eige­nen Glücks sein. Von klein auf streben wir nach einem Wert: der Selbstständigkeit.

Wenn ich jedoch ehrlich auf mein Leben schaue, merke ich schnell, dass ich an meine Grenzen komme. So vieles will ich aus meiner Kraft heraus schaffen, aber es ge­lingt mir nicht, weil ich nicht die nötige Fähigkeit, Zeit oder Energie habe. Es tut gut zu wissen, dass ich das nicht alles schaffen muss. Gott steht hinter mir. Gott kümmert sich. Das hat er bereits in seinem Namen zugesagt: Jahwe, im deutschen oft mit HERR übersetzt meint „Ich bin der ich bin“ oder „Ich bin, der mit dir ist“ oder „Ich bin, der für dich ist“. Was für eine Zusage! Gott ist mit dir, er ist für dich!

Weiter steht hier noch er wird’s wohlma­chen. Wenn Gott etwas macht, können wir uns darauf verlassen, dass er es wirklich gut macht. So hat er auch schon die Natur gemacht, uns Menschen gemacht.

Sein Machen schafft Leben, auch in unse­rem Leben. Darum können wir auf ihn hoffen, ihm alles, was uns bewegt anver­trauen – ER wird handeln. Vielleicht macht er nicht immer das, was wir uns gerade vorstellen wie es am besten wäre. Aber wenn Gott etwas macht, macht er es gut. Darum vertraue dich ihm an. Wälze deine Wege auf den Gott, der mit dir ist!

 

Mona Krähling

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