Menü

Gedanken zum Monat

2018.06.Leitartikel

Bereits 400 km Autobahn liegen hinter mir. Es ist heiß und die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Langsam wird das Abbiegen, Überholen und Bremsen anstrengend. Da blinkt auch schon die kleine gelbe Warnleuchte am Armaturenbrett auf: Ich muss tanken. Ohne zu tanken wären es nur noch ein paar Kilometer, dann würde das Auto anfangen zu stottern und der Motor würde ausgehen. Es wäre unmöglich, mit leerem Tank das Ziel zu erreichen.

Man kann sich darüber ärgern, dass man keine Energie mehr hat oder man kann eine Pause machen und den Tank durch die Zapfanlage an der Tankstelle neu befüllen lassen. „Ohne Mampf keinen Dampf“ erklärte es mir neulich ein Bauarbeiter in seiner Mittagspause und biss genüsslich in seinen großen Döner. Recht hat er!

Nicht nur das Auto, auch ich brauche also Pausen und immer wieder eine neue „Erfüllung“. Gerade wenn der Weg weit ist und viel zu tun ist. Wenn ich hungrig bin nach Leben und keine Energie mehr habe, passiert es dann schon mal, dass ich mich über die lange Strecke und die großen Herausforderungen im Leben aufrege. Auch im Glauben kann man manchmal mutlos werden: Ja es ist nicht immer ein einfacher Weg und manches, was wir erleben, ist echt schwer zu ertragen. Doch gerade dann, wenn es viel ist, brauche ich umso mehr diese Fülle von Gott. Diese Erfüllung mit Freude und Frieden passiert durch Gott selber. Paulus schreibt der Gemeinde in Rom (Römer 15,13):

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. (Luther)

Und Gott gibt gerne! Er füllt gerne die Hände, Münder, Herzen und Köpfe der Menschen, die mehr von ihm brauchen: Mehr von seiner Freude, seiner Kraft, seinem Frieden und seiner Liebe! Unser Jahresmotto – aus Offenbarung 21,6 drückt dies sehr gut aus.

Wenn bei dir also schon das gelbe Lämpchen blinkt: Dann halte einmal bewusst an, lass dich von IHM neu erfüllen. Dann kannst du auch in Frieden, erfüllt mit Freude und genügend Kraft vom Herrn deinen Weg mit ihm zusammen weiter gehen.

Ich wünsche euch eine gesegnete Zeit an Pfingsten. Erholsame und ermutigende Feiertage und eine neue Belebung durch Gottes Geist

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

2018.05.Leitartikel

Nein! Mündiger Glaube benötigt die kognitive Auseinandersetzung, Diskussion, Gespräch, Zweifeln und Hinterfragen - auch von sich selbst und der eigenen Meinung. Das deutsche Wort Glaube hat verschiedene Bedeutungen. Eine davon ist: Vertrauen. Diese drückt am besten die Bedeutung des griechischen Wortes „Pistis“ aus.

Vertrauen zu Menschen und auch zu Gott, benötigt Zeit, Auseinandersetzung und Wissen. Kognitives Wissen gehört definitiv zum Glauben dazu: Das Wissen um den Tod und die Auferstehung Jesu zum Beispiel. Der christliche Glaube war und ist ein regelrechter Katalysator für Bildungsprozesse bei Menschen. Die Bibel ermutigt sehr dazu, nach Weisheit und Vernunft zu suchen, wie Menschen nach Silber und Schätzen suchen (vergleiche Sprüche 2).

Und Zweifeln gehört dazu: Denn jeder Zweifel, wie skeptisch oder zynisch er auch daherkommt, ist im Grunde ein alternativer Glaube. Man kann einen Glauben A nicht anzweifeln ohne nicht selber eine Glaubensposition B einzunehmen2. Wobei Glaubensposition B natürlich auch eine Weltanschauung sein kann, die daran glaubt, dass es Gott nicht gibt.

Gerade deshalb ist es notwendig, darüber nachzudenken und das nachzuprüfen, was man wirklich glaubt und ob das auch wahr sein kann. Hier hilft der Zweifel sehr viel weiter: Ein Glaube ohne jeden Zweifel, also auch ohne Infragestellung der eigenen Überzeugungen, ist wie ein menschlicher Körper ohne entsprechendes Immunsystem. Viele Menschen gehen (aus Zeitmangel oder Gleichgültigkeit) naiv durchs Leben, ohne sich je ernsthaft zu fragen, warum sie das glauben, was sie glauben. Dann werden sie hilflos sein, wenn die Schläge des Lebens oder die bohrenden Fragen von Zweiflern kommen. Jeder Glaube eines Menschen, der sich nicht geduldig mit seinen Zweifeln

auseinandergesetzt und sie erst nach längerem Überlegen verworfen hat, kann über Nacht zusammenbrechen.

Glaube und Zweifel (nicht nur die eigenen Zweifel, auch die der Freunde) sind dazu da, dass man sie anerkennt und mit ihnen ringt.

Doch letztlich ist Glaube an Jesus viel mehr als nur ein „für wahr halten“ von eigenen Überzeugungen. Er ist viel mehr, als wir rational begreifen und mit Worten ausdrücken können und schließt doch das rationale Denken ein. Dieser Glaube wächst und lässt sich korrigieren durch das Licht des Wortes Gottes. Dadurch lässt Gott seine Wahrheit in uns lebendig werden und gute Früchte bringen. In der Bibel schreibt der Apostel Paulus über das Wachstum des Glaubens: „Es bleibt dabei: Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft; und diese gründet sich auf das, was Christus gesagt hat.“ Römer 10,17 (HFA)

Deshalb möchte ich dazu ermutigen, um die eigenen Fragen im Glauben zu ringen und wirklich nach Antworten zu suchen! Mit Verstand, Präzision und guten Argumenten; und mit dem Hören auf Gottes Selbstoffenbarung in seinem Wort: Der Bibel. So kann das Vertrauen zu Gott wachsen. In diesem Sinne laden wir alle herzlich zur Auseinandersetzung mit dem Glauben ein. Sei es im Rahmen des Alphakurses, in den Kleingruppen oder in unseren Gottesdiensten.

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

[1] Diese Fragestellung kam in einem Kommentar auf Facebook zu einer unserer Hinweise auf dem Alphakurs auf.

2 Über diesen Zusammenhang von Glaube und Zweifel schreibt Dr. Timothy Keller in seinem, auch auf Deutsch erschienenen, wirklich lesenswerten Bestseller: Warum Gott? Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit? Brunnen Verlag 2016: S. 11-29.

2018.04.Leitartikel

„Wenn es also Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen, dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig.“

Philipper 2, 1-2

Liebe Gemeinde,

als Leitungsteam beschäftigen wir uns aktuell mit den Werten unserer Gemeinde. Teil dessen ist die Frage: „Wie gestalten wir unser Miteinander als Kinder in Gottes Familie?“

Marcel Rebiai sagt in seinem Buch „Gott schauen“ u.a. folgendes dazu:

Paulus besteht darauf, dass die, die zur Familie Jesu gehören, keinen Grund mehr haben, sich voneinander abzugrenzen. Im Gegenteil, wir dürfen uns einander zuwenden und das, was uns möglich ist tun, damit die Anderen Güte, Fürsorge, Rat und eine aus Liebe und Gottesfurcht geborene Ermahnung durch uns erfahren. Ein Mahner zu sein heißt, hinzuweisen auf die Kultur Gottes, auf den Lebensstil Jesu. Es bedeutet nicht, zu richten oder zu verdächtigen, sondern an Jesus zu erinnern:

Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.

  1. 1. Johannes 4,9-11

Jesus erwartet von uns dieselbe bedingungslose Hingabe an unsere Brüder, wie er sie uns erweist. Es ist unsere Berufung als Söhne und Töchter Gottes, immer mehr in das Bild seines geliebten Sohnes verwandelt zu werden (Römer 8,29). Das Bild Jesu nimmt oft nur langsam Gestalt in uns an.

Wenn wir uns aufmachen und uns dem Anderen zuwenden, begegnen uns nicht selten Undankbarkeit, Misstrauen oder Hochmut. Die Versuchung ist dann groß, aufzugeben. Doch die Liebe, zu der wir berufen sind, entspringt nicht unserer eigenen Kraft, sondern fließt aus der unerschütterlichen und letztlich siegreichen Liebe Gottes, die sich eine Bahn schaffen will durch unser Herz zu dem anderen hin.

Diese Liebe kann sich aber nur Bahn schaffen, wenn die Reaktionen unseres Nächsten auf unsere Zuwendung uns weder bedrohen noch verletzen können. Die dazu nötige Festigkeit erlangen wir, wenn wir im Alltag an der einzigen Quelle echten Lebens auftanken. (Ende Zitat) 

Gemeinsam an der Quelle auftanken - das wollen wir in diesem Jahr und dazu wollen wir weitere Möglichkeiten anbieten. Bitte begleitet dies und die Arbeit der Gemeindeleitung im Gebet.

Eure Gemeindeleitung

2018.03.Leitartikel

Anfang des Jahres haben mich mehrere Berichte über die auf ein historisches Tief gesunkene Zahl der Organspender in Deutschland sehr berührt. Dabei ist die Zahl der Organspender im Jahr 2017 auf 797 in ganz Deutschland gesunken. Dabei warten derzeit in Deutschland mehr als 10.000 Personen auf eine Organspende – und wenn sich nichts ändert, wird etwa ein Drittel der Personen auf der Warteliste sterben, weil nicht rechtzeitig ein geeignetes Spenderorgan gefunden werden kann[1]. Der akute Mangel kommt unter anderem auch daher, dass zwar die meisten Deutschen (man spricht von ca. 75 %) grundsätzlich bereit wären, ihre Organe nach ihrem Tod einem anderen Menschen zur Verfügung zu stellen, jedoch nur etwa 20% der Bevölkerung einen ausgefüllten Organspenderausweis besitzt.
Wenn ich auf ein Spenderorgan warten würde, wäre ich selber doch sehr glücklich, wenn andere bereit dazu wären, mir ihr Organ zu spenden. Wie dankbar wäre ich, wenn ich dann das passende Organ bekommen und weiterleben zu könnte.
Genau das hat Jesus auch schon für uns getan: Er hat sein Leben hingegeben (wohlgemerkt: das ist noch mehr als eine Organspende jemals bedeuten kann), um unser Leben umfassend zu retten! Er zeigte uns dadurch, wie sehr er uns liebt und er tat es ganz praktisch.
Wir Christen leben nur, weil Jesus uns geliebt hat und dazu bereit war, sein Leben für unseres zu geben.
Deshalb ist seine Aussage, seine „Goldene Regel“ in der Bergpredigt auch authentisch und glaubwürdig. Er verlangt nichts, was er nicht selber tun würde und vielmehr für jeden einzelnen von uns bereits getan hat. Weil er uns liebt, hat er sich in unsere Lage versetzt, unsere Not gesehen und gehandelt. Diese Goldene Regel steht in Matthäus 7,12 „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“ (Luther 2017)

Dieses Prinzip fängt damit an, sich wirklich in die Situation des Anderen hineinzuversetzen.

In unserer Gemeinde-Aktion März mit Herz geht es uns als Christus-Gemeinde nicht nur darum, einander kennenzulernen, sondern wirklich ein Herz für die anderen Personen zu entwickeln. Deshalb gibt es im März in der Christus-Gemeinde verschiedene Aktionen.
Diese kann man selber organisieren und/oder auch an einer von jemand anderem organisierten Aktion teilnehmen.
Die Goldene Regel fordert uns dazu heraus, in all dem nicht nur unsere Bedürfnisse, sondern auch die Bedürfnisse des Anderen zu sehen und zu seinem Wohl zu handeln. Denn Liebe ist mehr als ein Wort, sie zeigt sich in Taten. Deshalb können auch wir zu Lebensspendern werden und Menschen da helfen wo sie Hilfe benötigen.
Ich selber habe mich vor einigen Jahren dazu entschieden, nachdem ich mich mit dem Thema Organspende zum ersten Mal beschäftigt habe, einen Organspenderausweis ² auszufüllen und immer dabei zu haben. Welche Tat der Liebe für einen anderen Menschen ist für dich dran?

Liebe Grüße

Jonathan Schirmer, Pastor

[1] Mehr Infos und Statistische Zahlen zur Organspende in Deutschland:
https://www.dso.de

2 Hier gibt es mehr Infos zum Organspenderausweis https://www.organspende-info.de

2018.02.Leitartikel

Liebe Christus-Gemeinde,

herzliche Grüße aus Niger! Das Land in dem wir als Familie leben, ist ein Wüstenland. Der Süden des Landes, in dem auch unsere neue Heimatstadt Niamey liegt, gehört zu der Sahel-Zone. Es ist sehr trocken uns stau­big, jedoch ist Ackerbau und Baumwuchs möglich, gerade hier am Fluss Niger. Alles was nördlich von uns liegt ist die Sahara. Die größte Wüste der Erde bestehend aus Geröll und Sand. Ich per­sönlich liebe die Sanddü­nen, 15 Kilometer au­ßerhalb von Niamey stoßen wir auf das erste kleine Sanddünen­gebiet, wo man beim Pick­nick entspannen kann und die Kinder sich so richtig austoben (und manchmal auch die er­wachsenen Kin­der). Dennoch bleibt bei aller Faszination die Wüste ein lebensfeindliches Gebiet.

Wenn wir auf Deutschlandreise gehen, fällt uns als erstes auf: es ist grün! Flüsse, Bäche, Seen und Regen in Hülle und Fülle. Es scheint als würde Mitteleuropa triefen wie ein nasser Schwamm. Das Land Niger, das dreimal so groß ist wie Deutschland, hat da­gegen nur ei­nen Fluss und einen See, der ganzjährig Wasser führt.

Dabei drängt sich die Frage auf: Hat Gott da je­manden bevorzugt bzw. benachteiligt? Der eine Kontinent - so scheint es zumindest - lei­det unter chronischem Wassermangel. Der andere würde sich nur allzu oft ein bisschen weniger Niederschlag wünschen.

Ich kenne dieses Gefühl auch aus meinem Glaubensleben: den anderen geht es gut, Gott ist voll am Werk, schenkt Gaben in Hülle und Fülle, während bei mir nichts zu laufen scheint.

Bei Gott gibt es doch immer alles in Hülle und Fülle? Bei Ihm ist immer von allem ge­nug und dann auch noch gratis! Wo bleibt mein Teil? Da muss ich selbstverständlich auch an die Jahres­losung denken.

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers um­sonst. (Offenbarung 21,6)

Das ist ein schöner Vers, der Hoffnung gibt, aber was bringt‘s mir, wenn ich gerade auf ei­ner Sanddüne in der Sahara sitze? Sollte ich mich nicht einfach damit abfinden, dass andere vielleicht einfach näher an der Was­serquelle sind als ich? Was könnte ich sonst tun, wenn diese Wasserquelle anscheinend so weit weg ist? Die Antwort ist: graben. Das ist zwar an­strengender, als auf Regen zu warten, aber es hilft.

Hydrologen sprechen von „gigantische Was­serreserven“ in Nordafrika. Unter der Sahara allein liegen Trinkwassermengen, die beim ak­tuellen weltweiten Wasserverbrauch die Welt für weitere 200 Jahren mit Wasser versorgen könnten, so die Schätzung. In klassischen Wüs­tenländern befinden sich laut den Experten mehr als 70 Meter dicke Grundwasserschich­ten. Von wegen Benach­teiligung!

Also doch: Gott scheint irgendwie von allem immer mehr als genug zu haben. Selbst wenn es anders scheint, seine Reichtümer bleiben „unermesslich“ (Römer 11,33), seine Gnade reicht „für alle Menschen“ (Titus 2,11).

Allen, die sich gerade nicht so fühlen als würde sie an Gottes lebendiger Wasser­quelle sitzen und fröhlich schöpfen, wün­sche ich also frohes graben und nachbohren, denn wer sucht der wird finden.

So viel steht fest.

Viele Grüße Jonas Vetter

Den Newsletter erhalten

captcha 
Die personenbezogenen Daten, die wir über dieses Formular erhalten, werden nur für den mit dem Formular verbundenen Zweck verarbeitet. Über unseren Umgang mit personenbezogenen Daten informieren wir in unserer Datenschutzerklärung auf dieser Website hier: https://www.cgweilderstadt.de/datenschutzerklaerung Grundlage für den Umgang mit personengebundenen Daten ist Kapitel 2 (§§ 6-12) der MV-DSO. (Siehe hier: MV-DSO)
Zum Seitenanfang