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2018.02.Leitartikel

Liebe Christus-Gemeinde,

herzliche Grüße aus Niger! Das Land in dem wir als Familie leben, ist ein Wüstenland. Der Süden des Landes, in dem auch unsere neue Heimatstadt Niamey liegt, gehört zu der Sahel-Zone. Es ist sehr trocken uns stau­big, jedoch ist Ackerbau und Baumwuchs möglich, gerade hier am Fluss Niger. Alles was nördlich von uns liegt ist die Sahara. Die größte Wüste der Erde bestehend aus Geröll und Sand. Ich per­sönlich liebe die Sanddü­nen, 15 Kilometer au­ßerhalb von Niamey stoßen wir auf das erste kleine Sanddünen­gebiet, wo man beim Pick­nick entspannen kann und die Kinder sich so richtig austoben (und manchmal auch die er­wachsenen Kin­der). Dennoch bleibt bei aller Faszination die Wüste ein lebensfeindliches Gebiet.

Wenn wir auf Deutschlandreise gehen, fällt uns als erstes auf: es ist grün! Flüsse, Bäche, Seen und Regen in Hülle und Fülle. Es scheint als würde Mitteleuropa triefen wie ein nasser Schwamm. Das Land Niger, das dreimal so groß ist wie Deutschland, hat da­gegen nur ei­nen Fluss und einen See, der ganzjährig Wasser führt.

Dabei drängt sich die Frage auf: Hat Gott da je­manden bevorzugt bzw. benachteiligt? Der eine Kontinent - so scheint es zumindest - lei­det unter chronischem Wassermangel. Der andere würde sich nur allzu oft ein bisschen weniger Niederschlag wünschen.

Ich kenne dieses Gefühl auch aus meinem Glaubensleben: den anderen geht es gut, Gott ist voll am Werk, schenkt Gaben in Hülle und Fülle, während bei mir nichts zu laufen scheint.

Bei Gott gibt es doch immer alles in Hülle und Fülle? Bei Ihm ist immer von allem ge­nug und dann auch noch gratis! Wo bleibt mein Teil? Da muss ich selbstverständlich auch an die Jahres­losung denken.

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers um­sonst. (Offenbarung 21,6)

Das ist ein schöner Vers, der Hoffnung gibt, aber was bringt‘s mir, wenn ich gerade auf ei­ner Sanddüne in der Sahara sitze? Sollte ich mich nicht einfach damit abfinden, dass andere vielleicht einfach näher an der Was­serquelle sind als ich? Was könnte ich sonst tun, wenn diese Wasserquelle anscheinend so weit weg ist? Die Antwort ist: graben. Das ist zwar an­strengender, als auf Regen zu warten, aber es hilft.

Hydrologen sprechen von „gigantische Was­serreserven“ in Nordafrika. Unter der Sahara allein liegen Trinkwassermengen, die beim ak­tuellen weltweiten Wasserverbrauch die Welt für weitere 200 Jahren mit Wasser versorgen könnten, so die Schätzung. In klassischen Wüs­tenländern befinden sich laut den Experten mehr als 70 Meter dicke Grundwasserschich­ten. Von wegen Benach­teiligung!

Also doch: Gott scheint irgendwie von allem immer mehr als genug zu haben. Selbst wenn es anders scheint, seine Reichtümer bleiben „unermesslich“ (Römer 11,33), seine Gnade reicht „für alle Menschen“ (Titus 2,11).

Allen, die sich gerade nicht so fühlen als würde sie an Gottes lebendiger Wasser­quelle sitzen und fröhlich schöpfen, wün­sche ich also frohes graben und nachbohren, denn wer sucht der wird finden.

So viel steht fest.

Viele Grüße Jonas Vetter

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