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2018.08.Leitartikel

Sowohl Pastor Johannes Vogt, der im September bei uns in der Christus-Gemeinde seinen Dienst als Pastor mit Schwerpunkt Junge Gemeinde beginnt, als auch ich selbst, wir sind „Beröaner“. Wir waren einige Jahre lang gemeinsam Studenten am Theologischen Seminar Beröa und werden daher so genannt. Der Name Beröaner ist für viele eher unbekannt – doch woher kommt er ursprünglich? Nicht von den wissbegierigen Studenten eines theologischen Seminars, sondern von den Menschen in der griechischen Stadt Beröa. Sie sind uns in der Bibel in Apostelgeschichte 17,11-12 so beschrieben worden:

 

Die Juden in Beröa waren nicht so voreingenommen, wie die in Thessalonich. Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte. 12 Die Folge war, dass viele von ihnen zum Glauben kamen, außerdem eine beträchtliche Zahl einflussreicher griechischer Frauen und eine ganze Reihe griechischer Männer.

(Apostelgeschichte 17,11-12 nach der Neuen Genfer Übersetzung)

Das Verhalten der Juden in Beröa begeistert mich, denn das ist ein echter Weg zu geistlichem Wachstum. Die Haltung beschreibt drei Bereiche, die auch uns weiterhin auf dem Weg des Glaubens halten können:

1. Sie waren nicht (so) voreingenommen.

Kennt ihr auch solche Menschen die schon zu allem eine feste Meinung haben, an der selbst Gott nichts mehr ändern kann? Im Gegensatz zu den Juden aus Thessalonich (vgl. Apg 17,5) blieben die Beröaner offen und hörten sich die Lehre des Paulus erstmal an. Sie wussten nicht schon vorher alles besser als Paulus oder lehnten es einfach ab, weil es ungewohnt war. Diese Haltung wünsche ich mir auch für uns als Gemeinde: Dass wir nicht voreingenommen alles ablehnen, sondern offen für Gottes Wirken bleiben.

2. Sie gingen mit großer Bereitwilligkeit auf das Evangelium ein.

Sie waren bereit dafür, nicht nur zu hören, sondern auch das anzunehmen und umzusetzen, was sie gehört haben. Dem Hören folgt das Tun. Sie gingen auf das Evangelium ein und hörten nicht nur tolle Predigten von Paulus über das Evangelium, sie wollten es selbst erleben. Sie gingen darauf ein und ließen sich dann sogar „öffentlich“ als Gläubige identifizieren.


3. Sie studierten täglich in der Heiligen Schrift ob das, was Paulus lehrte, auch stimmt.

Sie prüften es selber nach. Im Griechischen steht dort das Wort: täglich. Nicht wöchentlich oder monatlich: Tag für Tag prüften sie nach in den heiligen Schriften, ob das auch stimmt. Neben dem Hören der Predigt von Paulus wollten sie noch selber lesen und selber entdecken. Sie waren „Studenten“ der Bibel, die jede Aussage der Predigt, selbst wenn diese von Paulus kam, anhand der Schriften nachprüften.


Die Folge ist auch beschrieben:

Viele(!) Menschen kamen zum Glauben an Jesus.
Ich wünsche mir auch von Herzen für uns: für Johannes Vogt und mich, für uns als Christus-Gemeinde und für jeden der dies hier liest: Dass wir uns die Verhaltensweisen der Beröaner zu eigen machen: Unvoreingenommenheit, Bereitwilligkeit zur Umsetzung des Erkannten und tägliches, prüfendes Bibelstudium. In diesem Sinne kann jeder ein „Beröaner“ werden, der dies denn möchte und ich bin mir sicher, er wird mit diesen Verhaltensweisen viel geistliches Wachstum erleben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine erholsame, segens- und erfahrungsreiche Urlaubszeit

Liebe Grüße,

Jonathan Schirmer
Pastor der Christus-Gemeinde

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